Aktuelle Daten des ASTAT zeigen, dass Thema „Gleicher Lohn für gleiche Arbeit“ auch in Südtirol im Jahr 2026 wichtig bleibt. Frauen verdienen demnach beispielsweise in der Privatwirtschaft bei einem Vollzeitarbeitsverhältnis im Durchschnitt um 17,5 Prozent weniger als Männer. Auch im öffentlichen Dienst bestehen ebenso Unterschiede, wenn auch etwas geringer. Wodurch diese Lohnunterschiede entstehen können, darüber wollen wir in diesem Blogartikel informieren, inklusive konkreter Tipps für Frauen von unserer Talentberatung.
1️⃣Was begünstigt Lohnunterschiede zwischen Frauen und Männern?
Vorausgeschickt: Der oben genannte Gehaltsunterschied bedeutet nicht automatisch, dass jede berufstätige Frau genau um 17,5 Prozent weniger verdient als ein Mann in derselben Position. Vielmehr ist er als Durchschnittswert zu betrachten, der strukturelle Ungleichheiten sichtbar macht. Dazu zählen unter anderem unterschiedliche Berufswege, Ausbildung, Karrierechancen, Arbeitszeitmodelle und Branchenverteilung.
Was daher genauer betrachtet werden sollte, sind beispielsweise Bewerbungsgespräche, Gehaltsverhandlungen, Vertragsart, sogenannte schlechter bezahlte „Frauenberufe“ und Erziehungspausen. Tätigkeiten in sozialen, pädagogischen oder organisatorischen Bereichen werden oft geringer bezahlt als technische oder leitende Positionen, obwohl sie ebenso anspruchsvoll sind. Dazu kommt es, dass Frauen nach wie vor seltener in Führungsrollen gelangen, obwohl sie oft die gleiche oder sogar bessere Qualifikation mitbringen.

2️⃣Was kann frau konkret dagegen tun?
Bereits in den Bewerbungsgesprächen und Gehaltsverhandlungen gilt es als Frau vorbereitet und selbstbewusst aufzutreten. Das Thema Lohn, sollte kein Tabu mehr sein. Es hilft, so erklären die Talentberaterinnen von Karriere Südtirol, sich gezielt auf das Bewerbungsgespräch und die Gehaltsverhandlungen vorzubereiten. Das bedeutet, sich auch einmal schriftlich vor Augen zu führen, welche Qualifikationen, Erfahrungen und Soft Skills man als Frau für eine bestimmte Stellung mitbringt und inwiefern diese einen Mehrwert, eine Bereicherung für den/die jeweiligen Arbeitgeber/innen darstellen. Sich zu informieren, welches Durchschnittsgehalt in der jeweiligen Branche üblich ist, gehört vorbereitend ebenso dazu.
Ein Blick in die Gehaltstabellen von Karriere Südtirol, kann hilfreich sein, um sich nicht unter den eigenen Wert in der Gehaltsverhandlung zu verkaufen.
Tipp: Beim Berufseinstieg oder Jobwechsel lohnt es sich außerdem, auf die Rahmenbedingungen zu schauen. Entscheidend sind nämlich nicht nur das Fixgehalt, sondern auch Zuschläge, Arbeitszeit, Entwicklungsmöglichkeiten bzw. Karrierechancen und Transparenz bei der Bezahlung. Es ist sinnvoll, aktiv nach dem Gehaltssystem im jeweiligen Unternehmen zu fragen: Gibt es klare Kriterien für Beförderungen und Gehaltserhöhungen? Und für Gehaltserhöhungen: Wer Projektverantwortung oder wichtige Rolle oder Aufgabe im und fürs Team übernommen hat, die sollte das im Gespräch nicht nur erwähnen, sondern mit konkreten Beispielen belegen.

Die EU-Richtlinie zur Geschlechtergleichstellung und Transparenz auf dem Arbeitsmarkt beinhaltet unter anderem Regelungen bezüglich Lohntransparenz (auch in Italien umzusetzen innerhalb 7.Juni). Diese EU-Richtlinie will versteckte Lohnunterschiede besser sichtbar machen und Diskriminierung aufdecken. Dadurch sollen Frauen vor Ungleichheit im Auswahlverfahren und bei der Entlohnung stärker geschützt werden.
3️⃣Equal Pay Day als Signal
Der Equal Pay Day ist jedes Jahr auch wieder ein Moment, der sichtbar macht, wie lange Frauen rechnerisch arbeiten müssten, um auf das durchschnittliche Jahresgehalt von Männern zu kommen. Da Frauen viel häufiger in Teilzeit arbeiten als Männer oder sogar aus Erziehungsgründen zu Hause bleiben müssen, entstehen große Lohnlücken, die sich später auch auf die Rente dieser Frauen als Rentenlücken (Altersarmut!) negativ auswirken können. Hol dir Tipps zum Thema „ Rentenlücken schließen“ aus unserem Karriere Hub.
Der Equal Pay Day erinnert daran, dass das Thema Gleichstellung auf mehreren Ebenen angegangen werden muss und nicht nur das Einkommen betrifft, sondern auch konkrete Unterstützungsmaßnahmen für Frauen, zum Beispiel beim Wiedereinstieg ins Berufsleben nach der Babypause oder durch attraktive Arbeitsmodelle, die eine Vereinbarkeit von Familie und Beruf unterstützen und durch zeitlich flexiblere Kinderbetreuungsangebote sowie Hilfe bei der Pflege von pflegebedürftigen Familienangehörigen. Auch Weiterbildungsangebote für Frauen, die eine Umschulung oder einen Umstieg in einen besser bezahlten Beruf möglich machen, sollten dazu gehören.
4️⃣ Fazit
Frauen in Südtirol sollten beim Thema Gehalt selbstsicher, gut informiert und vorbereitet auftreten. Wer die eigenen Qualifikationen und Stärken kennt, sich über Marktgehälter informiert und in Verhandlungen gezielt nachfragt, verbessert die Chancen auf faire Bezahlung. Gleichzeitig braucht es mehr Transparenz, klare Regeln und gesetzliche Rahmenbedingungen, damit Gehaltsunterschiede gar nicht erst entstehen.
Auf der Suche nach einem Job mit fairem Gehalt und einem flexiblem Arbeitszeitmodell, welcher die Vereinbarkeit von Familie und Beruf auch bei einer höheren Wochenstundenzahl oder Vollzeitstelle noch möglich macht? Dann wende dich gerne an unsere kostenlose Talentberatung von Karriere Südtirol. Wir unterstützen dich nicht nur bei der Suche nach dem passenden Job, sondern auch mit Tipps für die Bewerbung und Gehaltsverhandlung.
