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Rentensituation in Südtirol

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Wie steht es um die Renten der Südtirolerinnen und Südtiroler? Wie kommen sie mit ihrer Rente zurecht und welche Schlüsse kann man daraus ziehen für die eigene Altersvorsorge? Diesen Fragen wollen wir mit einem Blick in die im Juli 2026 veröffentlichte Astat Studie Rente – 2024 auf den Grund gehen.

1️⃣Überblick: Rentenleistungen und -empfänger im Jahr 2024

Im Jahr 2024 waren in Südtirol 135.793 Personen berechtigt, die Rente zu empfangen. Insgesamt wurden 181.475 Rentenleistungen ausbezahlt mit einem jährlichen Gesamtbetrag aller Rentenleistungen von über 3,3 Milliarden Euro. Im Vergleich zum Jahr 2023 stieg die Zahl der Rentenleistungen und die Rentenempfänger um 1,7 %.  

Der durchschnittliche Betrag pro Rentenleistung lag 2024 bei 18.340 Euro, der Medianwert bei 13.795 Euro. Dieser Wert ist deshalb wichtig, weil der Durchschnittswert durch extreme Werte (sehr hohe oder sehr niedrige Zahlen) ein verzerrtes Bild liefern kann. 

Jede empfangsberechtigte Person erhielt im Durchschnitt 24.509 Euro an Rentenleistungen jährlich. Stellt man auch hier den Medianwert in den Vordergrund, sind das ca. 21.848 Euro. Eine interessante Feststellung ist auch, dass knapp 30 % der Rentenempfänger/innen mindestens zwei Renten im Jahr 2024 bezogen hat. 

2️⃣Regionale Unterschiede: Südtirol im italienischen Vergleich

Vergleicht man die Rentensituation Südtirols mit jener anderer italienischer Regionen, so ergibt sich folgende Momentaufnahme fürs Jahr 2024: 

Der durchschnittliche Jahresrentenbetrag liegt mit 18.340 Euro in Südtirol im Vergleich zum gesamtstaatlichen Durchschnitt an höchster Stelle. Betrachtet man aber den Index des relativen Nutzens, liegt dieser in Südtirol mit 29,8 % niedrig im Vergleich zu anderen untersuchten Gebieten in der Studie. Dieser Index gibt Auskunft darüber, wie angemessen die Renten im Verhältnis zum Lebensstandard im jeweiligen Gebiet ist. Dieser Wert ergibt sich, wenn er durch das BIP pro Kopf geteilt wird. Südtirol verzeichnet mit etwa 10 % im Jahr 2024 den niedrigsten Anteil der Rentenausgaben am Bruttoinlandsprodukt im italienischen Vergleich. Der gesamtstaatliche Durchschnitt lag 2024 bei 16,4 %, so die Astat-Studie. 

Wie die Rente im Verhältnis zum Lebensstandard im jeweiligen Gebiet steht, bedingt insofern unter anderem auch, wie man mit der eigenen Rente im eigenen Lebens- und Wohnraum zurechtkommt. Das über die Runden kommen mit der eigenen Rente, kann also für viele Südtiroler/innen ein wichtiges Thema sein. 

Altersrenten überwiegen

Südtirol war im Jahr 2024 das Gebiet Italiens mit dem höchsten Teil an Altersrenten. 69,4 % aller Rentenleistungen gehörten dieser Kategorie an. Auf gesamtstaatlicher Ebene waren das 53,6 %. Sehr niedrig war in Südtirol hingegen der Anteil der Invaliditätsrenten mit nur 2,8 % im Vergleich zum restlichen Italien. 

Die Rentenhöhe ergibt sich sowohl durch die eingezahlten Beitragsjahre, die Art der ausgeübten Tätigkeit als auch die daraus resultierende Entlohnung. In Südtirol liegen die Entlohnungen über dem gesamtstaatlichen Durchschnitt. Im Vergleich zu anderen untersuchten Gebieten in Italien sind die Altersrenten in Südtirol trotz höherer Gehälter verhältnismäßig niedrig, weil viele Menschen in Branchen mit geringerem Verdienst oder wenigen Arbeitstagen tätig sind, dies geht aus der Studie hervor. Letzteres wirft für uns auch das Thema der Teilzeitanstellungen auf, die natürlich wiederum (neben anderen Faktoren) einen Einfluss auf Gehalt und letztendlich Altersvorsorge haben. Oft sind es Frauen, die, beispielsweise aus Erziehungsgründen oder wegen der Pflege von Angehörigen, in Teilzeit arbeiten, was später oftmals auch Geschlechterunterschiede in der Rente zur Folge hat. 

3️⃣Gender Pension Gap in Südtirol

51,2 % der Rentenbeanspruchenden waren im Jahr 2024 Frauen. Sie bezogen insgesamt 42,7 Prozent der Gesamtausgaben. Die Zahl der Rentenbezieherinnen ist in den letzten 10 Jahren um 2.596 Frauen gestiegen. Bei allen Rentenarten bestanden 2024 deutliche Unterschiede zwischen den von Frauen und Männern bezogenen Renten. Betrug die Altersrente für Männer im Jahr 2024 24.954 Euro (Medianbetrag), waren es bei Frauen nur 12.858 (Medianbetrag). Diesen Unterschied kann man auch bei den Invalidenrenten im Jahr 2024 feststellen. 

Dieser Gender Pension Gap ist zwar besonders ausgeprägt, aber, so gilt es zu unterstreichen, leicht rückläufig: Im Jahr 2015 lag der mediane Unterschied bei 37,8% im Jahr 2024 bei 32,5%.

4️⃣Die Bedeutung für Südtiroler Arbeitnehmende und Arbeitgeber

Die Rentensituation 2024 in Südtirol zeigt, dass die absoluten Rentenbeträge in Südtirol zwar hoch sind, die relative Angemessenheit im Verhältnis zum hohen Lebensstandard der Provinz eher gering ist. Für Arbeitnehmer/innen wird es also umso wichtiger, Rentenlücken frühzeitig zu schließen und sich mit Zusatzrentenfonds um eine zusätzliche Altersvorsorge zu kümmern.  

Arbeitgeber/innen, die kompetente Fachkräfte gewinnen und auch langfristig an sich binden wollen, können durch Altersvorsorge-Angebote bzw. betriebliche Vorsorgemodelle als wichtige Benefit-Säule genau hier anknüpfen und durch geschlechtersensible, gleichberechtigende Ansätze bei ihren Mitarbeiter/innen und neuen Talenten punkten. 

Weitere wertvolle Informationen zum Thema Rente und Altersvorsorge mit Tipps findest du hier in unseren Blogbeiträgen: 

Finanzen

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