Viele Rentner und Rentnerinnen suchen nach ihrer Pensionierung nach neuen beruflichen Perspektiven. Zum einen, um aktiv zu bleiben oder Wissen weiterzugeben, zum anderen auch, um ihr Renteneinkommen aufzubessern. In diesem Blogartikel erfährst du, warum sowohl Arbeitnehmer/innen als auch Arbeitgeber/innen davon profitieren und welche gesetzlichen Regelungen dafür in Italien im Jahr 2026 gelten.
1️⃣4 Gründe, um nach der Rente weiterzuarbeiten
Eine Umfrage des AFI IPL aus dem Jahr 2023 hat ergeben, dass über 2 Drittel der Südtiroler Arbeitnehmer/innen sich vorstellen können, auch noch mit 65 Jahren ihren Beruf auszuüben. Das Renteneintrittsalter wird ab 2027 auf 67 Jahre und drei Monate ansteigen. Ob dies Änderungen in der Haltung der Südtiroler/innen zum Thema Erwerbstätigkeit nach der Rente mit sich führen wird, bleibt abzuwarten. Gründe, auch nach der Pensionierung weiterzuarbeiten gibt es verschiedene. Darunter zum Beispiel:
Die Rente, reicht nicht aus, um über die Runden zu kommen oder es gibt Pensionslücken, die das monatliche Renteneinkommen verringern würden
Die Arbeitnehmer/innen möchten ihre Lebenserfahrung nutzen und ihr Wissen weitergeben (z.B. an nachkommenden Mitarbeiter/innen im Unternehmen)
Manche Arbeitnehmer/innen haben zu diesem Zeitpunkt in ihrem Leben vielleicht eine größere zeitliche und organisatorische Flexibilität und haben noch genug Energie, Kreativität und Interesse, sich beruflich einzubringen oder sogar weiterzuentwickeln
Arbeit hält körperlich und mental fit. Auf der emotionalen Ebene kann Arbeit als sinnstiftende Tätigkeit erlebt werden und dem Leben Abwechslung und Struktur bieten, was sich wiederum positiv auf die psychische Gesundheit auswirkt. Auch der Austausch mit anderen Menschen und die sozialen Kontakte, die durch die Arbeit möglich sind, sind ein wichtiger Bestandteil des psychophysischen Wohlbefindens.
2️⃣ 4 Gründe warum Rentner/innen für Unternehmen wertvoll sind
Rentner/innen sind auch für Unternehmen noch eine wichtige Ressource. Darum sollten Unternehmen auch Jobs für pensionierte Arbeitnehmer/innen anbieten:
Ihre Lebens- und Berufserfahrung, macht sie zu wertvollen Mentoren und Mentorinnen für neue Mitarbeiter/innen, besonders dann, wenn es Rentner/innen sind, die zuvor schon in dieser Branche gearbeitet haben oder vielleicht sogar selbst langjährige Mitarbeiter/innen waren. Dadurch steigt die Gesamtleistung des Teams und das Arbeitsklima verbessert sich. Auf diese Weise können auch Ressourcen für die Einarbeitung gespart werden
Rentner/innen bringen oft jahrzehntelanges Fachwissen mit, das sofort zur Verfügung steht. Das ermöglicht eine effiziente Umsetzung von Projekten und das Schließen bzw. Vermeiden von Wissenslücken. Ihr Knowhow kann also direkt zum Erfolg von Projekten und somit zum Erfolg des Unternehmens beitragen
Diese Arbeitnehmer/innen arbeiten nach ihrer Pensionierung oftmals auch gerne in Teilzeit oder projektbasiert, was Unternehmen mehr Planungsspielraum bei Personalschwankungen bietet: Engpässe können so besser abgedeckt werden
Durch geringere Fluktuation und hohe Loyalität, besonders bei Rentner/innen, die schon vor ihrer Pensionierung im Unternehmen gearbeitet haben, können Rekrutierungskosten eingespart werden. Dies kann sich positiv auf die Wettbewerbsfähigkeit und Unternehmensstabilität auswirken, wenn keine neuen Fachkräfte in Aussicht sind

Wichtig: In der Privatwirtschaft, besteht für Mitarbeiter/innen die Möglichkeit, nach dem Erreichen des Renteneintrittsalters, die Rente zu beziehen und trotzdem noch weiterzuarbeiten. Dies gilt jedoch NICHT für öffentlich Bedienstete.
4️⃣ Diese Regelungen für die Arbeit nach der Rente in Italien
Rentenanwärter/innen, die sich ein Weiterarbeiten nach der Pensionierung vorstellen könnten, sollten sich früh und bewusst dazu informieren und vorbereiten. Welche Möglichkeiten gibt es? Gibt es steuerliche Einschränkungen, die es zu beachten gilt? Welche Regelungen gelten aktuell und lohnt sich das das Weiterarbeiten tatsächlich auch aus finanzieller Sicht?
Wir haben beim Patronat Enapa des Südtiroler Bauernbundes nachgefragt:
„Nicht jede Rentenform lässt ein sofortiges Weiterarbeiten nach Rentenantritt zu, weshalb dies immer beim Patronat, welches beim Einreichen des Rentenantrages behilflich war, abgeklärt werden sollte. Nur so können Nachteile bzw. Rückzahlungen der Rente an das INPS/NISF vermieden werden.
In den meisten Fällen spricht jedoch nichts gegen eine Wiederaufnahme einer Arbeitstätigkeit. Da durch das erneute Arbeitsverhältnis Sozialversicherungsbeiträge vom Arbeitgeber eingezahlt werden, kann dies langfristig zu einer höheren Rente führen. Zudem erhält die Person das Einkommen aus Rente und Arbeitstätigkeit.
Je nach persönlicher Einkommensgrundlage wird die Einkommenssteuer berechnet. Falls eine Rente sowie ein Einkommen aus Arbeit erwirtschaftet wird, wird die Steuer auf das Gesamteinkommen berechnet. Deshalb ist es wichtig bei einer lohnabhängigen Tätigkeit nach Rentenantritt das Formular der Steuerabsetzbeträge beim Arbeitgeber auszufüllen und mit einem Steuerbeistandszentrum/ Wirtschaftsberater abzuklären, um den korrekten Steuersatz und die Steuerfreibeträge anzuwenden. So können Steuernachzahlungen bei der Steuererklärung vermieden werden.“
Da sich die gesetzlichen Rahmenbedingungen in Italien immer wieder ändern, auch in Bezug auf Renteneintrittsalter und Dienstalter, ist eine individuelle Beratung bei einem Patronat unerlässlich.
Dieser Artikel wurde mit freundlicher und fachlicher Unterstützung des Südtiroler Bauernbundes erstellt.
Dieser Blogartikel ist kein Ratgeber für Finanz- und Rechtsfragen und kann keine fachliche Beratung ersetzen. Wenden Sie sich bei arbeits- und steuerrechtlichen Fragen oder bei Sachverhalten rund ums Thema Finanzen daher immer an Steuer-, Finanz- und Rechtsexperten. Karriere Südtirol übernimmt keine Haftung für getätigte oder unterlassene Aktionen und Entscheidungen, welche auf Basis dieses Blogartikels unternommen werden.