Unsere Lebens- und Arbeitswelten haben sich in den letzten Jahren stark verändert. Globalisierung, neue Technologien, weltpolitische Begebenheiten, eine Pandemie und auch der Klimawandel tragen mitunter zu einem gewissen Wandel bei. Dieser birgt trotz seiner Komplexität und Auswirkungen auch das Potenzial zu einem positiven Wertewandel, mit geschäfteremflektierterem Blick auf das Wesentliche im Leben. Zeitgleich zu diesem Wandel haben sich auch die Erwartungen junger Berufseinsteiger/innen verlagert. Was dies genau für Unternehmen in Südtirol bedeutet und wie sie sich weiterentwickeln können, um junge Talente langfristig für sich zu gewinnen, das schauen wir uns in diesem Blogartikel an.
1️⃣Warum sich Arbeitswelten neu erfinden müssen
Für viele junge Menschen stehen nicht mehr nur Gehalt und Karriereleiter im Vordergrund. In ihrem Arbeitsleben legen sie nun auch viel mehr Gewicht auf persönliche und berufliche Entwicklung, flexible Rahmenbedingungen und ein inklusionsorientiertes sowie nachhaltiges Arbeitsumfeld. Unternehmen, die bei diesen Aspekten genauer hinsehen und sich bewusst fragen, ob und inwiefern sie diesen Erwartungen und Werten gerecht werden, machen einen ersten Schritt in die richtige Richtung. Ein Unternehmen, das diese Bedürfnisse versteht und aktiv gestaltet, kann sich junge Talente mit Innovationspotenzial an Bord holen und die Mitarbeiterbindung stärken. Wer diesen Zug verpasst, wird schon bald merken, dass es immer schwieriger wird, motivierte Mitarbeiter/innen zu finden.
Junge Menschen wollen sehen, dass ihr Einsatz, ihre Arbeit etwas bewegt, und zwar nicht nur für sich selbst als Selbstwirksamkeitserfahrung, sondern tatsächlich für Kunden/Kundinnen, für die Gesellschaft oder die Umwelt. Das heißt nicht, dass jedes Unternehmen soziale Projekte braucht, aber eine klare Reflexion und authentische Kommunikation über Beitrag und Wirkung ist besonders für junge Talente wichtig. Formulieren Sie als Unternehmen daher konkrete Beispiele, die etwas über die Nachhaltigkeit und die Wertehaltung Ihres Unternehmens aussagen.
2️⃣ Entwicklung statt Stillstand
Berufseinsteiger/innen erwarten sich rasche Lernmöglichkeiten und transparente, berufliche Entwicklungspfade. Dazu können beispielsweise verschiedene Weiterbildungsblöcke gehören, die Teil einer internen Learning-Roadmap sind, mit praxisorientierten Kursen, Mentoring und konkreten Anwendungsfeldern im Unternehmen.
Investieren Sie in Microlearning, On-the-job-Projekte und Weiterbildungskonzepte, die Zertifizierungen und auch Beförderungen vorsehen und diese auch transparent als attraktive Zukunftsaussichten für Berufsanfänger/innen kommunizieren. Erfahren Sie mehr zum Thema in unserem Blogartikel „ Weiterbildung im Unternehmen“.
3️⃣ Flexibilität und Arbeitszeiten
Etwas, das sich nicht nur Berufseinsteiger/innen, sondern vermehrt auch erfahrene Mitarbeiter/innen wünschen, sind flexible Arbeitszeiten. Diese Flexibilität gilt heute vielfach als entscheidendes Kriterium bei der Arbeitssuche und meint nicht immer nur Homeoffice, sondern auch Gleitzeit und individuell gestaltbare Arbeitszeiteinteilung, sowie alternative Arbeitsmodelle, wie zum Beispiel die 4-Tage-Woche.
Um die Work-Life-Balance und mentale Gesundheit junger Talente zu stärken und generell Burnout-Situationen bei den Mitarbeitern und Mitarbeiterinnen vorzubeugen, sollten Unternehmen flexible Arbeitszeiten anbieten, hybride Arbeitsmodelle austesten und diese Modelle auf Zufriedenheit und Produktivität der Mitarbeitenden prüfen. Gefragt sind beispielsweise echte Erholungszeiten, ein Budget für mentale und körperliche Regenerations-bzw. Gesundheitsangebote oder Halbtagsarbeit an Freitagen.
Stellen Sie sich die Frage, ob in Ihrem Unternehmen ein ergebnisorientiertes Modell möglich ist, mit prozessfokussiertem Arbeiten und Zielvereinbarungen. Ergebnisorientierte Arbeitskonzepte ermöglichen es nämlich, dass reine Präsenzkontrollen in den Hintergrund treten dürfen und flexible Arbeitszeitmodelle angewandt werden können für eine bessere Produktivitätsstrategie. Strategien, die deshalb zu einer Motivations- und Leistungssteigerung führen, weil Sie eben auch Erholung als wichtigen Bestandteil vorsehen.
Damit bei Hybrid- und Remote-Arbeit die Zugehörigkeit, Unternehmenskultur und der Wissenstransfer nicht leiden, braucht es jedoch regelmäßige Präsenztage für Teambuilding und digitale Rituale wie virtuelle Kaffeepausen.
4️⃣Vielfalt und Inklusion
Mehr als ein modernes Aushängeschild, das von der Offenheit des Arbeitgebers/der Arbeitgeberin überzeugen soll: Diversität und echte Inklusion sind für junge Mitarbeitende zentral. Sie erwarten faire Chancen, Gleichberechtigung und eine Unternehmenskultur, in der Unterschiedlichkeit geschätzt und als Chance bzw. Vorteil gilt. Bemühen Sie sich bereits im Recruiting um ein inklusionsorientiertes Vorgehen, angefangen bei der Stellenanzeige und weit über den Bewerbungsprozess hinaus. Inklusion ist eine Haltung, die sich wie ein roter Faden durchs Onboarding und den Arbeitsalltag ziehen sollte.
Ausführliche Informationen und Tipps rund ums Thema Diversität und Inklusion finden Sie in unseren Blogartikeln „Inklusion: Menschen mit Beeinträchtigung am Arbeitsplatz“ und „ Diversity Management“.
5️⃣Faire Löhne und Lohntransparenz
Dass Aspekte wie Work-Life-Balance oder flexible Arbeitszeiten und Diversität bei der Jobsuche junger Menschen ganz oben auf der Prioritätenliste stehen, bedeutet aber nicht, dass Gehalt kein Thema mehr ist. Junge Menschen wollen für Ihren Einsatz eine faire Entlohnung und attraktive Benefits. Schon in der Stellenanzeige müssen Unternehmen per Gesetz die Gehaltsspanne transparent angeben. Außerdem ist es ratsam, offen über Gehaltsentwicklungen mit zunehmender Berufserfahrung zu sprechen und Perspektiven und Karrieremöglichkeiten im Unternehmen ehrlich aufzuzeigen, um junge Talente für sich zu gewinnen.
Sie fragen sich, welche Benefits für Berufseinsteiger/innen und erfahrene Mitarbeiter/innen relevant sind? Werfen Sie einen Blick in unsere Umfrage und informieren Sie sich über unsere Benefit-app.
6️⃣Fazit
Junge Berufseinsteiger/innen wollen einer Arbeit nachgehen, die sinnvoll ist, Weiterentwicklung und Karrierechancen bietet sowie flexible Arbeitsmodelle möglich macht. Unternehmen, die diese Erwartungen proaktiv und mit Programmen, offener Kommunikation sowie mit einer inklusiven Wertehaltung und Unternehmenskultur aufgreifen, gewinnen nicht nur Talente, sondern schaffen ein produktiveres, kreativeres und resilientes Arbeitsumfeld.
Viel Erfolg!