Mit dem Maturaabschluss in der Tasche hast du einen wichtigen Meilenstein geschafft – und damit auch einen wertvollen Grundstein für deine Zukunft gesetzt. Weißt du schon, welchen Weg du jetzt einschlagen möchtest? Viele Oberschüler/innen in Südtirol stehen vor dieser Frage. In diesem Artikel wollen wir dir ein paar Optionen aufzeigen und dir gemeinsam mit dem Südtiroler Bauernbund ein paar Tipps für deine soziale Absicherung und den Start mitgeben.
1️⃣Gap Year oder Freiwilligendienst
Manche Absolventen und Absolventinnen entscheiden sich nach der Matura für einen Auslandsaufenthalt, ein (Auslands-)Praktikum oder ein Freiwilliges soziales Jahr bzw. den Freiwilligen Zivildienst. All diese Wege ermöglichen Orientierung und die Entfaltung wertvoller Soft Skills. Achtung: Diese Wege zählen im Normalfall nicht für die Rente.
Profitipp: Nutze diese Zeit auch für Sommerjobs, um Versicherungslücken zu vermeiden. Zivildienst oder Praktika mit Bezahlung zählen zwar für die Berufserfahrung, aber nicht für die Rente. Informiere dich außerdem, darüber wie es bei deinem Einkommen (auch kleinere Jobs) mit der Steuererklärung aussieht.
2️⃣Ausbildung oder Lehre
Du möchtest Lernen mit Arbeiten bzw. einem Einkommen verbinden? Eine praktische Ausbildung oder Lehre (auch nach der Matura) im Handwerk, in einem technischen Beruf oder beispielsweise im Tourismus führen dich direkt in die Arbeitswelt und ermöglichen dir, während deiner Ausbildung auch Geld zu verdienen. Dieser Weg zählt für deine Rentenjahre, im Gegensatz zu einem unbezahlten Praktikum.
Profitipp: In Südtirol gibt es viele Betriebe in unterschiedlichen Branchen, die deinen weiteren Karriereweg durch Weiterbildung unterstützen und den Einstieg nach der Matura auch ohne Studium sehr interessant machen. Schau dich dazu gerne auch auf unserem Karriere Südtirol Jobportal um und hol dir Tipps und Infos von der kostenlosen Talentberatung.

3️⃣Lohnabhängige Arbeit
Ein fester Job mit Arbeitsvertrag, ein fixes monatliches Gehalt, feste Arbeitszeiten und automatisch auch die Einzahlung der wichtigen Sozialbeiträge – das bringt Sicherheit. Und weil wir gerade vom Thema Gehalt sprechen: Bereite dich für deine Bewerbungsgespräche immer auch auf die Gehaltsverhandlung bzw. die Frage nach dem gewünschten Gehalt vor. Das ist ein Thema, das in manchen Köpfen vielleicht noch mit einem Tabu behaftet zu sein scheint, braucht es aber nicht: Trau dich selbstbewusst aber mit realistischen Argumenten über deine Vorstellungen zu sprechen. Schau dir dazu gerne unseren Blogartikel über die Gehaltsverhandlung an und hole dir Infos zu den Gehaltsspannen von unserer Gehaltstabelle und der Videoserie „Was verdient ein X“.
Führe dir bei Gehaltsverhandlungen immer Brutto- und Nettogehalt vor Augen. Netto ist das, was dir monatlich bleibt, nachdem Sozialversicherungsbeiträge und Steuern abgezogen wurden. Bewahre Lohnstreifen und eine Kopie deines Vertrages auf und lass dich auch schon in jungen Jahren von einer Fachstelle in Sachen Rentenabsicherung beraten. Oft reichen die automatisch einbezahlten Beträge für die spätere Rente nämlich nicht aus und ein Zusatzrentenfonds mit kleinen monatlichen Beiträgen kann empfehlenswert sein. Hierbei gilt: Je früher die Einschreibung, desto besser! Kompetente Beratung über die Rentenversicherung findest du zum Beispiel auch beim Patronat Enapa des Südtiroler Bauernbundes.
4️⃣Studium beginnen
Dein Weg führt dich nach der Matura oder nach deinem Gap-Year direkt an die Uni oder Hochschule? Informiere dich gezielt über Duale Studiengänge, die Möglichkeit während des Studiums zu arbeiten (Nebenjob) und finanzielle Unterstützung in Form von Studienbeihilfen. Studienzeiten fließen nicht automatisch in die Rentenbeiträge, können aber nach Abschluss nachgezahlt werden. Ein fester Nebenjob mitausreichendem Einkommen kann Rentenlücken besser schließen als kleine Gelegenheitsjobs.
Du hast die Möglichkeit, den Sommer über oder auch schon während des Studiums im Betrieb deiner Familie mitzuarbeiten? Achte darauf, dass du im Betrieb gemeldet bist. Das ist für deine Arbeitsunfall- und Rentenversicherung entscheidend.
5️⃣Der Schritt in die Selbständigkeit
Du wagst den Schritt in die Selbständigkeit? Ob im Start-up, im Familienbetrieb oder als Freelancer/in: Dieser Weg wird dir aus organisatorischer Sicht und in puncto Gestaltungsfreiheit viele Möglichkeiten bieten. Trotzdem ist es ein großer Schritt, der mit viel Verantwortung und auch einem gewissen bürokratischen Aufwand einhergeht. Hol dir unbedingt fachliche und finanzielle Beratung zur Seite und informiere dich, wie du als Selbständige/r Rentenlücken vermeiden und dich ausreichend absichern kannst – für ein Auskommen mit deinem Einkommen jetzt und auch im Alter!

Viele Informationen und Tipps auf einen Blick, inklusive Kontakte für eine fachliche Beratung findest du im Faltblatt des Südtiroler Bauernbundes: Gut abgesichert in die Zukunft. Soziale Absicherung leicht gemacht.
Wir wünschen dir viel Erfolg!
Dieser Blogartikel wurde mit freundlicher und fachlicher Unterstützung vom Südtiroler Bauernbund erstellt.