Seit Ende letzten Jahres gibt es in der Industriezone in Sinich einen neuen Place-To-Be: den Tutto Bene Club. Valentina Spögler, Gründerin und selbst Instructorin, hat dabei eine Marktlücke in Südtirol erkannt und ein Reformer-Pilates-Gym gegründet – ein Angebot, das es in Südtirol bisher nur selten gibt. Damit bringt sie ein kleines bisschen Großstadtfeeling ins Meraner Land: Von Reformer Pilates über Hot Pilates, Pilates Barre, Pilates Sculpt, Hot Yoga bis hin zu Sound Bath – in ihrem Unternehmen deckt Spögler eine breite Palette an angesagten Sportarten ab und vermittelt dabei nicht nur die Liebe zur Bewegung, sondern einen Lebensstil, geprägt von Vitalität und Self-Care im Einklang mit unseren natürlichen Rhythmen. Neben den Kursen im Pilatesstudio organisiert Valentina Spögler auch Wellness-Retreats, wie etwa im letzten Frühling in Apulien (die zweite Edition fand im Oktober statt) oder Outdoor-Pilates-Sessions in den Bergen. Im Interview erzählt sie von ihrem individuellen Erfolg: ihrem Werdegang, ihrer Entscheidung, ein eigenes Unternehmen zu gründen und wohin sie damit möchte.


Wann und warum hast du dich dazu entschieden, in die Selbständigkeit zu gehen?
Mein Weg war nicht geradlinig, sondern geprägt von vielen Stationen – von meinen ersten Jobs, über das Studium bis hin zu Erfahrungen in verschiedenen Studios und Projekten. Dabei habe ich stets nach einem Bereich gesucht, in dem ich Kreativität, Bewegung, Gesundheit, Design und Begegnung miteinander verbinden kann. Die Selbstständigkeit war für mich schließlich der logische Schritt: ein eigenes Projekt aufzubauen, das all diese Themen vereint – unabhängig, frei und mit Raum für meine Idee, Menschen zu verbinden und einen Ort zu schaffen, der mehr ist als nur ein Studio.
Wie war der Entstehungsprozess deines Unternehmens? Hat alles sofort geklappt oder gab es am Anfang Schwierigkeiten?
Der Weg war alles andere als einfach. Der Entstehungsprozess war geprägt von vielen Fragen, Unsicherheiten und auch Rückschlägen. Ich musste lernen, geduldig zu sein und Schritt für Schritt voranzugehen. Doch genau diese Phasen haben das Projekt geformt. Mit jeder Herausforderung wurde der Tutto Bene Club klarer – und heute weiß ich, dass all diese Erfahrungen notwendig waren, damit er so entstehen konnte, wie er jetzt ist. Am Anfang stand die Suche nach der passenden Immobilie, was gar nicht so einfach war. Der Standort und die Größe waren mir besonders wichtig, weil ich einen Ort schaffen wollte, der nicht nur funktional ist, sondern sich auch wirklich gut anfühlt – offen, einladend und mit genug Raum für Bewegung und Begegnung. Parallel dazu begann ich, all meine Ideen und Visionen zu Papier zu bringen. Daraus wurde Schritt für Schritt mein Businessplan – ein Prozess, der mir geholfen hat, Struktur in meine Gedanken zu bringen und meine Vision greifbar zu machen. Dann kam der Umbau – eine intensive, aber unglaublich schöne Phase mit vielen Learnings. Eine der größten Unsicherheiten war aber, ob das Konzept überhaupt in Südtirol funktionieren würde. Es war ein Sprung ins Ungewisse – aber ich wollte es unbedingt versuchen, weil ich fest an die Idee geglaubt habe. Und natürlich durfte der passende Name nicht fehlen – das war fast so schwierig wie die Immobiliensuche! Ich wollte etwas finden, das die Werte und die Stimmung des Projekts widerspiegelt. Als der Name dann endlich feststand, hat sich alles richtig angefühlt – wie der Moment, in dem aus einer Idee wirklich Realität wurde. Der Entstehungsprozess war auf jeden Fall ein Abenteuer – mit vielen schönen Momenten, aber auch einigen Herausforderungen.
Was sind deine Aufgaben in deinem Unternehmen?
Ich leite das Studio, gebe selbst Kurse, entwickle Konzepte, organisiere Events und Retreats, kümmere mich um unsere Social-Media-Präsenz und bin Ansprechpartnerin für alle organisatorischen Belange. Kurz gesagt: Ich bin Trainerin, Gastgeberin, Kreativdirektorin und Managerin in einer Person.

Wie hast du dich dafür ausgebildet?
Ich habe Ausbildungen in den Bereichen Pilates und Ernährung in den USA sowie in Wien absolviert. Mein großes Interesse an gesunder Küche, Bewegung und Longevity-Themen hat mich dazu gebracht, mich kontinuierlich weiterzubilden – sei es in Workshops, durch eigene Praxis oder durch das Experimentieren mit neuen Konzepten im In- und Ausland, die Körper, Geist und Lebensstil miteinander verbinden. Nach meiner Ausbildung zur Health Coach an der Integrative Nutrition School in New York arbeitete ich zunächst in Florida (USA) in diesem Beruf. Gemeinsam mit meinem Mann kehrte ich anschließend nach Südtirol zurück. Da ich schon immer eine große Leidenschaft für Pilates hatte, wollte ich mir in diesem Bereich ein zweites Standbein aufbauen. Für mich gehören Ernährung und Bewegung untrennbar zusammen. Deshalb absolvierte ich – zusätzlich zu meinen Ernährungsworkshops und Coachings – eine Ausbildung zur Pilates-Trainerin in Wien. Direkt nach dem Abschluss machte ich mich im forfettario-Regime selbständig.
Wie bist du schließlich zur Einzelunternehmerin geworden?
In den ersten eineinhalb Jahren bot ich meine Pilateskurse in verschiedenen Hotels und Studios zwischen Meran und Bozen an. Zu Beginn kannten allerdings nur wenige Menschen Pilates, es war noch kein Trend. Mit der Zeit konnte ich jedoch immer mehr Teilnehmer/innen für diese Trainingsmethode begeistern. Nach etwa einem Jahr wuchs dadurch mein Traum vom eigenen Studio und ich begann, nach einer passenden Immobilie zu suchen. Im November 2023 wurde ich schließlich fündig. Im April 2024 startete ich mit dem Umbau einer ehemaligen Bürofläche. Anfang September 2024 wechselte ich vom forfettario-System zur Einzelunternehmerin und eröffnete mein eigenes Studio.
Was macht dein Unternehmen aus? Wofür steht Tutto Bene Club?
Der Tutto Bene Club steht dafür, sich ganzheitlich wohlzufühlen – körperlich wie mental. Er vereint Bewegung, Wellness, Ernährung, Community und Design. Es geht nicht nur um Training, sondern darum, einen Lifestyle zu schaffen: inspirierend, ästhetisch und leicht.

Was möchtest du mit deinem Unternehmen erreichen und wo siehst du dich damit in ein paar Jahren?
Mein Ziel ist es, den Tutto Bene Club zu einem Ort zu machen, an dem Menschen auftanken, Inspiration finden und Teil einer lebendigen Community werden. In ein paar Jahren sehe ich den Club vielfältiger und gewachsen – vielleicht an mehreren Orten, mit noch mehr Formaten. Immer mit einem klaren Fokus auf Bewegung, gesunde Ernährung, Wellness, Design, Ästhetik und die Freude am Leben.
Welche Eigenschaften braucht man, um in der Selbständigkeit erfolgreich zu sein?
Man braucht Mut, Durchhaltevermögen und vor allem Geduld. Ebenso wichtig sind Flexibilität, Kreativität und die Fähigkeit, nach Rückschlägen wieder aufzustehen. Entscheidend ist jedoch die Leidenschaft für das eigene Projekt – sie trägt durch die schwierigen Phasen und macht letztlich den Unterschied. Manchmal sollte man einfach auf sein Bauchgefühl hören und seinen Träumen dabei helfen, Wirklichkeit zu werden. Sich Meinungen einzuholen, ist gut, aber niemand kann wissen, wie etwas tatsächlich ausgehen wird. Am Anfang hatte ich selbst manchmal Zweifel, ob das Konzept in Südtirol greifen würde, dabei kann man sich nur sicher sein, wenn man es ausprobiert. Nun bin ich unglaublich froh darüber, meinem Bauchgefühl gefolgt zu sein und den Traum eines eigenen Studios verwirklicht zu haben.
Reformer Pilates ist eine Trainingsmethode, die auf dem klassischen Pilates-System basiert, jedoch auf einem speziellen Gerät, dem Reformer, durchgeführt wird. Dieses Gerät besteht aus einem beweglichen Schlitten, Federn, Seilen und Fußstangen, die es ermöglichen, Übungen unter kontrolliertem Widerstand auszuführen. Dadurch wird gezielt die Tiefenmuskulatur gestärkt, die Beweglichkeit verbessert und die Körperhaltung optimiert.



