In einer Bewerbung präsentierst du dich selbst, deine Erfahrungen und Kompetenzen. Auf den ersten Blick klingt dieser Prozess oft einfach. In der Realität ist die Suche nach einem passenden Arbeitgeber jedoch häufig mit Herausforderungen, Unsicherheiten und Ängsten verbunden.
Doch welche Herausforderungen beschäftigen Jobsuchende besonders? Und wie kann mit diesen Unsicherheiten am besten umgegangen werden?
Diese Fragen haben wir unsere Community auf Instagram gestellt: Die Ergebnisse und mögliche Ursachen der Abstimmungen werden im Folgenden analysiert. Außerdem werden nützliche Tipps weitergegeben.
1️⃣ Vorstellungsgespräch, Motivationsschreiben oder Lebenslauf: Was fällt am schwersten?
Bezüglich der ersten Schritte einer klassischen Bewerbung haben 28 Personen abgestimmt. Wir wollten wissen: Welcher Teil der Bewerbung fällt am schwersten?

Das Vorstellungsgespräch ist für 43% der schwierigste Teil einer Bewerbung. Im persönlichen Gespräch sitzt du deinem möglichen zukünftigen Arbeitgeber gegenüber und sollst spontan, gleichzeitig aber auch authentisch und selbstbewusst antworten. Anders als bei schriftlichen Unterlagen bleibt wenig Zeit, über eine Antwort nachzudenken, sie zu überarbeiten oder gegenlesen zu lassen. Auch bei einem Video- oder Telefongespräch ist diese Möglichkeit nur eingeschränkt gegeben.
Um die Nervosität vor einem Vorstellungsgespräch etwas zu minimieren, kann eine Vorbereitung nützlich sein.
a) Gute Vorbereitung schafft Sicherheit
Ein Vorstellungsgespräch sollte im besten Fall ein gegenseitiges Kennenlernen sein. Diesen Gedanken im Hinterkopf zu behalten, kann helfen, persönlichen Druck zu minimieren. Denn so wie du das Unternehmen genauer kennenlernen möchtest, möchte dein Gegenüber auch herausfinden, ob du zur Stelle und ins Team passen könntest.
Eine gute Vorbereitung kann allerdings viel Sicherheit geben. Überlege und informiere dich am besten schon im Voraus:
Was sind meine wichtigsten Stärken?
Welche Erfahrungen passen besonders gut zur Stelle?
Warum interessiert mich genau dieser Job?
Was weiß ich über das Unternehmen? Was möchte ich noch erfahren?
Welche Fragen möchte ich selbst stellen?
Auch typische Fragen kannst du bereits vorab etwas durchgehen, besonders wenn dich spontane Antworten verunsichern lassen. Das Vorbereiten soll nicht dazu dienen, Antworten auswendig zu lernen, sondern dir deine eigenen Erfahrungen und Stärken klar machen und dir etwas Unsicherheit nehmen.
Wenn du dich genauer auf dein nächstes Bewerbungsgespräch vorbereiten möchtest, findest du in unserem Ratgeber Bewerbungsgespräch ▷ Alles was du wissen musst [Leitfaden] weitere Tipps und häufige Fragen.
b) Und was ist mit Motivationsschreiben und Lebenslauf?
36% unserer Befragten empfinden das Motivationsschreiben als schwierigster Teil einer Bewerbung. Die Herausforderung liegt dabei darin, über die eigenen Stärken und Erfahrungen zu schreiben, gleichzeitig persönlich und authentisch zu wirken, ohne zu übertreiben oder einfach den Lebenslauf zu wiederholen.
Beim Schreiben hilft vor allem folgende Frage: “Warum interessiert mich diese Stelle- und welche für den Job relevanten Stärken und Erfahrungen bringe ich mit?”
21% sehen hingegen den Lebenslauf als größte Herausforderung. Wichtig ist hierbei vor allem übersichtlich zu bleiben und die Informationen auf die jeweilige Stelle abzustimmen. Entscheidend ist es, dass die für die ausgeschriebene Position relevanten Informationen schnell erkennbar sind.
Wenn du den gesamten Bewerbungsprozess vertiefen möchtest, findest du in unserem Ratgeber nützliche Tipps: Richtig bewerben 2024: Leitfaden für eine perfekte Bewerbung
2️⃣ Was hält dich ab, dich zu bewerben?
In der zweiten Umfrage haben 25 Personen zur Frage “Was hindert dich am Ehesten daran, dich zu bewerben?” folgendermaßen abgestimmt:

Besonders auffällig ist, dass 68% unsicher sind, ob der Job überhaupt zu ihnen passt. Die Angst vor einer Absage wurde hingegen von niemanden als größte Hürde ausgewählt.
Das zeigt: Eine Bewerbungshürde kann bereits entstehen, bevor der eigentliche Bewerbungsprozess überhaupt beginnt. Nämlich bei der Frage, ob man sich überhaupt bewerben soll.
Eine Stellenanzeige mit den häufig vielen Anforderungen, welche für weitere 32% sehr relevant sind, kann verunsichern. Hier kann es helfen, sich bewusst zu machen, dass eine Stellenanzeige nie alle Informationen über eine Position, das Unternehmen und die Entwicklungsmöglichkeiten enthalten kann. Stattdessen kannst du dir selbst folgende Fragen stellen:
Interessieren mich die Aufgaben?
Passen die Arbeitsweise und das Unternehmen zu mir?
Kann ich meine Stärken in dieser Position einsetzen?
Gibt es Möglichkeiten, Neues zu lernen?
Entsprechen die Rahmenbedingungen meinen Vorstellungen?
Und genau aus diesem Grund sollte ein Vorstellungsgespräch nicht als Prüfung, sondern als Möglichkeit zum gegenseitigen Kennenlernen gesehen werden
Für Unternehmen
Eine gute Stellenanzeige ist der erste Schritt, um passende Talente zu erreichen. Sie sollte die Position möglichst klar und authentisch beschreiben und gleichzeitig Interesse wecken.
Du möchtest deine Stellenanzeigen optimieren? In unserem Ratgeber findest du nützliche Tipps: 📝 Die perfekte Stellenanzeige schreiben | Karriere Südtirol
Karriere Südtirol unterstützt Unternehmen außerdem bei der Veröffentlichung ihrer Stellenanzeigen und dabei, passende Talente zu erreichen.
3️⃣ Muss man wirklich alle Anforderungen erfüllen?
Auf die Frage “Wann bewirbst du dich auf einen Job?” haben 22 Personen abgestimmt:

Das Ergebnis der Umfrage verdeutlicht eine wichtige Erkenntnis: Du musst nicht perfekt sein, um dich zu bewerben. Die Frage “Was spricht dafür, dass ich diesen Job gut machen könnte?” hilft dir dabei, deine eigenen Stärken zu reflektieren und sie in der Bewerbung gezielt hervorzuheben.
Wenn eine Stellenanzeige dich anspricht, dann überprüfe sie genauer. Vielleicht bringst du anstelle einer geforderten Berufserfahrung eine ähnliche Qualifikation mit oder der Betrieb ermöglicht eine interne Schulung und sieht deine Motivation und persönliche Kompetenzen als ausreichende Grundlage.
Natürlich gibt es Anforderungen, die tatsächlich erfüllt werden müssen, beispielsweise gesetzlich vorgeschriebene Qualifikationen. Ob und unter welchen Voraussetzungen eine bestimmte Qualifikation nachgeholt werden kann, hängt von der jeweiligen Tätigkeit ab. Deshalb lohnt es sich, im Zweifel direkt beim Unternehmen nachzufragen und offen über die eigenen Voraussetzungen und Entwicklungsmöglichkeiten zu sprechen.
4️⃣ Bewerbungsunsicherheit? Damit bist du nicht allein!
Eines zeigen unsere Umfragen deutlich: Die größten Bewerbungshürden liegen oft nicht in fehlenden Qualifikationen, sondern in der eigenen Unsicherheit. Umso wichtiger ist die Erkenntnis: Du musst nicht alle Anforderungen erfüllen, um dich zu bewerben. Am Ende zählt bei einer Bewerbung das Gesamtbild: Deine Erfahrungen, Kompetenzen, Motivation und Persönlichkeit.

Du musst die Jobsuche nicht alleine machen!
Du bist auf Jobsuche, bist aber unsicher, welcher Job wirklich zu dir passt oder wie du dich am besten bewirbst? Die kostenlose Talentberatung von Karriere Südtirol unterstützt dich bei der Suche nach passenden Arbeitgebern und begleitet dich im Bewerbungsprozess. Erfahre mehr über die Talentberatung: Talentberatung | Karriere Südtirol