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Arbeitsmarktreserven als Chance für Unternehmen in Südtirol

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Das Landesinstitut für Statistik (Astat) hat vor einigen Wochen eine Studie veröffentlicht, die sich unter anderem mit den ungenutzten Arbeitsmarktreserven in Südtirol auseinandersetzt. Fast 14.000 Menschen waren im Jahr 2024 nicht oder nicht ausreichend beruflich eingesetzt. Zu dieser Zahl zählen arbeitslose Menschen, die sogenannte „stille Reserve“ sowie Unterbeschäftigte. Dies stellt ein ungenutztes Potenzial für den Arbeitsmarkt dar und kann den Talentpool für viele Unternehmen bereichern. Wie Unternehmen passende Kandidatinnen/Kandidaten dieser ungenutzten Arbeitsmarktreserven erreichen, das erfahren Sie in diesem Blogbeitrag.  

1️⃣ Wer sind die Reserven am Südtiroler Arbeitsmarkt?

Das ungenutzte Arbeitskräftepotenzial von etwa 13.752 Personen setzt sich laut Astat-Studie aus folgenden Gruppen zusammen: 

  • Arbeitslose: Rund 5.185 Personen suchten 2024 eine Arbeit, konnten jedoch keine passende Stelle finden 
  • Stille Reserve: 5.477 Menschen standen dem Arbeitsmarkt in Südtirol 2024 nicht zur Verfügung, wären aber gerne einer Arbeit nachgegangen. Zu ihnen zählen beispielsweise Eltern, die wegen nicht ausreichender Kinderbetreuung keiner Arbeit nachgehen konnten, sowie Menschen in Ausbildung oder kranke Menschen, die gesundheitsbedingt nicht arbeiten konnten 
  • Unterbeschäftigte: 3.090 Teilzeitbeschäftigte mit Bereitschaft ihre Stundenanzahl zu erhöhen 

2️⃣ Talente finden – Potenziale heben: 6 Tipps für Unternehmen

Um dieses latente Potenzial an Arbeitskräften auf dem Südtiroler Arbeitsmarkt erreichen und nutzen zu können, gilt es zielgruppenorientiert, spezifische Bedürfnisse zu adressieren. Hier einige zentrale Strategien: 

  • Flexible Arbeitsmodelle anbieten: Teilzeit, Gleitzeit und Homeoffice, 4-Tage-Woche und andere Konzepte können Hürden besonders für die stille Reserve reduzieren – zum Beispiel für Eltern ohne Kinderbetreuung oder für Menschen, die nach längerer Krankheit oder Abwesenheit wieder in den Job einsteigen 
  • Weiterbildung und Qualifizierung: Personen, die arbeiten möchten, aber vielleicht noch Ausbildungslücken haben bzw. im Studium stehen sprechen Sie als Unternehmen durch gezielte Weiterbildungsprogramme und durch Training-on-the-Job an. Kooperationen mit Schulen und Weiterbildungsträgern fördern den Einstieg in Ihr Unternehmen und erhöhen die Verfügbarkeit geeigneter Kandidaten/Kandidatinnen. Auch Quereinsteiger/innen, die ihren derzeitigen Job beendet haben und einen Neubeginn angehen möchten, können durch geförderte und interne Weiterbildungsangebote an Bord geholt werden 
  • Bereitschaft für einen Jobwechsel fördern: Unterbeschäftigte erreichen Sie durch Aufzeigen von konkreten Entwicklungsperspektiven und Aufstockungsangebot der Arbeitszeit innerhalb des Unternehmens. Interessante Benefits, transparente Karrierewege, Angabe von Gehalt bzw. Gehaltsspanne und eine attraktive Unternehmenskultur ziehen wechselwillige Arbeitskräfte an 
  • Kommunikation und Rekrutierung anpassen: Zielgruppengerechte Ansprache auf Jobportalen. Über gezielte Social Media-Kampagnen sprechen sie Wiedereinsteiger/innen und andere potenzielle Kandidaten/Kandidatinnen der „stillen Reserven“ an. Wie sie potenzielle Talente der Altersgruppe 50+ erreichen lesen Sie in unserem Blogbeitrag Digitale Stellenanzeigen für die Generation 50 +. Und wie sie junge Talente der Gen Z am besten ansprechen, davon berichten wir im Artikel Generation Z erreichen. 
  • Jobsharing Modelle: Gerade für Personen mit eingeschränkter Verfügbarkeit (Eltern, Pflegende, Menschen mit gesundheitlichen Einschränkungen) sind geteilte Stellen attraktiv. Damit werden wertvolle Kompetenzen verfügbar, die sonst nicht genutzt würden 

Profitipp: Digitale Angebote wie Online-Bewerbungen und Videointerviews ermöglichen bzw. erleichtern auch Menschen mit Mobilitätseinschränkungen oder Betreuungspflichten den Zugang zum Unternehmen und somit den ersten Schritt der Bewerbung in Angriff zu nehmen.

3️⃣ Fazit

Das ungenutzte Arbeitskräftepotenzial in Südtirol ist eine echte Chance für Unternehmen, Talente abseits der klassischen Wege zu gewinnen. Wer flexible Modelle, familienfreundliche Maßnahmen, branchenspezifische Flexibilität und gezielte Angebote schafft, hebt wertvolle „Reserven“ – und setzt so ein wichtiges Zeichen gegen den Fachkräftemangel in Südtirol. 

Sie suchen Unterstützung dabei, passende Talente Ihrer jeweiligen Zielgruppe aus der Reserve zu heben und in Ihr Unternehmen zu holen? Die Experten und Expertinnen von Karriere Südtirol stehen Ihnen gerne zur Seite. Kontaktieren Sie uns gerne.

Arbeitsleben

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