Zurück zur Übersicht

Zurück in den Beruf nach der Mutterschaft: 3 Mütter erzählen

Zurück zur Übersicht

Jetzt anmelden

Verpasse kein Update mehr! Melde dich jetzt kostenlos zum Newsletter an.

Zurück zur Übersicht

Die Geburt eines Kindes verändert das Leben grundlegend – auch das Berufsleben. Familie und Arbeit miteinander zu vereinbaren, gehört für viele Eltern zu den größten Herausforderungen der ersten Jahre. In Italien stehen lohnabhängige Mütter zunächst fünf Monate unter Mutterschutz. Während dieser Zeit erhalten sie je nach beruflicher Situation 80 bis 100% ihres Gehalts. Anschließend besteht die Möglichkeit, die fakultative Elternzeit (congedo parentale) in Anspruch zu nehmen.

Nach der „Babypause“ beginnt für die meisten Mütter wieder ein neuer Lebensabschnitt: Die Rückkehr in den Beruf und somit das Arbeiten mit Kind. Dieser Schritt ist oft mit gemischten Gefühlen verbunden. Freude auf die berufliche Tätigkeit trifft auf Sorgen um die Kinderbetreuung, organisatorische Herausforderungen und die Frage, wie sich die neue Rolle als Mutter mit den bisherigen beruflichen (und privaten) Ansprüchen vereinbaren lässt.

Wir haben mit drei Müttern gesprochen, die vor Kurzem ihr erstes Kind bekommen haben und inzwischen wieder berufstätig sind. Ihre Erfahrungen zeigen, wie unterschiedlich die Wege zurück in die Arbeitswelt sein können – und welche Faktoren den Wiedereinstieg erleichtern.

Nadine Bortot: in Vollzeit bei der Landesverwaltung Bozen angestellt

Für Nadine, die in Vollzeit bei der Landesverwaltung Bozen arbeitet, begann die Planung ihres Wiedereinstiegs bereits während der Schwangerschaft. Vor eineinhalb Jahren wurde sie Mutter eines Sohnes, seit Februar ist sie wieder in Vollzeit berufstätig. Besonders positiv erinnert sie sich an die Unterstützung ihres Arbeitgebers, denn die Entscheidung über den Zeitpunkt ihrer Rückkehr lag vollständig bei ihr. Diese Flexibilität gab ihr die Möglichkeit, den Wiedereinstieg an die Bedürfnisse ihrer Familie anzupassen. Bei der Betreuung ihres Sohnes während der Arbeitszeit kann Nadine derzeit auf die Unterstützung der Großeltern zählen. Für viele Familien ist ein solches Netzwerk eine unverzichtbare Hilfe, wenn Beruf und Familienleben organisiert werden müssen.
Der Wiedereinstieg bedeutet jedoch weit mehr als die Organisation der Kinderbetreuung, denn berufliche Rollen müssen nach der Geburt eines Kindes oft neu definiert werden. Auch Nadine empfand dies als ihre größte Herausforderung: Mit der Mutterschaft verändern sich Prioritäten und Zeitressourcen. Was früher selbstverständlich war, muss plötzlich neu bewertet werden. Die Frage, wie viel Raum der Beruf im eigenen Leben einnimmt, stellt sich oft ganz neu. Dabei ist es besonders wichtig, geduldig mit sich selbst zu sein: „Nicht alles lässt sich nach der Geburt eines Kindes langfristig planen. Flexibilität und die Bereitschaft, sich auf neue Situationen einzustellen, sind entscheidende Voraussetzungen, um den Alltag erfolgreich zu meistern.“ Eine große Hilfe sieht sie in modernen Arbeitsformen wie Homeoffice und Smart Working. Wo es die Tätigkeit erlaubt, können flexible Arbeitsmodelle Familien erheblich entlasten. Gleichzeitig wünscht sich Nadine bessere Rahmenbedingungen für Väter, damit diese sich stärker an der Kinderbetreuung beteiligen können. Auch eine bessere Absicherung für die Pension von Müttern, die nach der Geburt in Teilzeit arbeiten, hält sie für notwendig: „Denn am Ende ist die Entscheidung der Mütter, für die Kinderbetreuung weniger zu arbeiten, auch ein Beitrag für die Gesellschaft, für den sie nicht benachteiligt werden sollten.“ 


Sara Esposito, in 75% als Lehrperson angestellt

Sara wurde im Mai 2023 zum ersten Mal Mutter. Nach elf Monaten kehrte sie in ihren Beruf an einer Bozner Oberschule zurück. Zunächst unterstützte sie ihre Mutter bei der Betreuung ihres Sohnes. Nach den Sommerferien begann Sara in Teilzeit zu arbeiten, während ihr Sohn eine Kindertagesstätte besuchte. Die Entscheidung für die Teilzeitbeschäftigung hing auch damit zusammen, dass sie parallel eine Zusatzausbildung an der Universität Bozen absolvierte. 
Den Wiedereinstieg beschreibt sie grundsätzlich als gut bewältigbar, wenn man auf die notwendige Hilfe zurückgreifen kann. Gleichzeitig war die Eingewöhnung ihres Sohnes in die Kita aber emotional anspruchsvoll. Viele Eltern kennen die Herausforderung, das eigene Kind erstmals über längere Zeit in fremde Betreuung zu geben. Besonders schwierig wird es, wenn das Kind unter dieser Trennung leidet. Hinzu kommt der organisatorische Druck des Alltags: Arbeitszeiten, Kita-Öffnungszeit und familiäre Verpflichtungen müssen aufeinander abgestimmt werden. Schon kleine Verzögerungen können somit Stress verursachen. Für Sara war vor allem das Zeitmanagement entscheidend: „Der Wunsch, sowohl im Beruf als auch als Mutter den eigenen Ansprüchen gerecht zu werden, führte häufig dazu, dass ich versuchte, jede freie Minute effizient zu nutzen – sei es während des Mittagsschlafs ihres Sohnes oder am Abend.“ Gleichzeitig hebt sie hervor, dass einige familienfreundliche Regelungen im öffentlichen Dienst den Alltag erleichtern. Dazu gehören etwa die Möglichkeit, bei Krankheit des Kindes zuhause zu bleiben oder die inzwischen flexiblere Nutzung der Elternzeit. Auch finanzielle Unterstützungen wie der bonus nido können Familien entlasten. 
Dennoch sieht Sara gesellschaftlichen Nachholbedarf: „Die tägliche Betreuungsarbeit von Eltern und besonders Müttern wird oft unterschätzt. Kindererziehung ist keine Freizeitbeschäftigung, sondern eine anspruchsvolle Aufgabe, die mehr Anerkennung verdient.“ 


Ilaria Saladin, selbständige Osteopathin

Noch einmal anders gestaltet sich die Situation für Selbständige. Ilaria Saladin arbeitet in Bozen und führt ihren Beruf heute mit einem klar strukturierten Arbeitsalltag aus. Ihre Tochter wurde vor etwas mehr als einem Jahr geboren, im Dezember 2025 kehrte sie in den Beruf zurück. Insgesamt war sie rund elf Monate zuhause, einschließlich der letzten Schwangerschaftsmonate, die aufgrund der körperlichen Anforderungen ihres Berufs notwendig waren. Heute besucht ihre Tochter während ihrer Arbeitszeiten die Kita. Die Selbständigkeit bietet einerseits Flexibilität, andererseits bringt sie eigene Herausforderungen mit sich. Termine mit Patient/innen müssen geplant werden, gleichzeitig lassen sich familiäre Notfälle nicht immer vorhersehen. Kurzfristige Terminabsagen gehören daher manchmal leider dazu. Eine größere finanzielle Unterstützung wäre laut Ilaria notwendig: „Die Kleinen brauchen ihre Eltern. Gäbe es bessere Voraussetzungen, zuhause zu bleiben, könnten Mütter bzw. Väter länger bei ihren Kindern bleiben und sich um ihre Betreuung kümmern und wären nicht gezwungen, aus wirtschaftlichen Gründen früh wieder in den Beruf zurückkehren zu müssen.“ 


Fazit: Ohne Unterstützung wird es schwierig

Die Erfahrungen der drei Mütter zeigen deutlich: Ein funktionierendes Unterstützungsnetzwerk ist oft der Schlüssel für einen gelungenen Wiedereinstieg. Großeltern, Partner/innen, andere Familienmitglieder und verständnisvolle Arbeitgeber/innen können wesentlich dazu beitragen, den Übergang zurück ins Berufsleben zu erleichtern. Doch nicht jede Familie verfügt über diese Ressourcen. Viele Eltern leben weit entfernt von ihren Angehörigen, Großeltern sind selbst oft noch berufstätig oder können die Betreuung aus gesundheitlichen oder anderweitigen Gründen nicht übernehmen. Umso wichtiger sind gut ausgebaute Betreuungsangebote und familienfreundliche Arbeitsbedingungen. 
Die Lebensrealitäten von Familien haben sich in den vergangenen Jahrzehnten stark verändert. In den meisten Haushalten sind heute zwei Einkommen notwendig, um den Lebensunterhalt zu sichern. Gleichzeitig ist die Kinderbetreuung nicht nur die Aufgabe der Frau, denn sie sollte nach der Geburt ebenso die Möglichkeit haben, weiterhin beruflich aktiv zu bleiben – sei es aus finanziellen Gründen, aus persönlicher Erfüllung oder aufgrund ihrer Karriereziele. Damit dies gelingt, braucht es flexible Arbeitsmodelle, ausreichend Betreuungsplätze, faire finanzielle Unterstützung und eine gesellschaftliche Kultur, die Familienarbeit wertschätzt. Die Rückkehr aus der Mutterschaft sollte nicht als individuelle Herausforderung einzelner Frauen betrachtet werden, sondern als gesellschaftliche Aufgabe, die Familien und Chancengleichheit fördert. Wenn Eltern die Möglichkeit erhalten, Familie und Beruf gut miteinander zu verbinden, profitieren letztlich alle: die Kinder, die Familien, die Arbeitgeber/innen und die Gesellschaft als Ganzes.

AllgemeinArbeitslebenArbeitsrecht

Ähnliche Artikel

Karriere Südtirol kooperiert mit Südtiroler Schulen

Die enge Zusammenarbeit mit Schulen, Hochschulen sowie Universitäten wird auch im aktuellen Schuljahr zusehends wichtiger. Immer mehr Präsenztermine nimmt das Team von Karriere Südtirol in diesem Umfeld wahr und schafft so praxisnahe Einheiten in der jeweiligen Oberschule. Im laufenden Bildungsjahr besichtigte das Team über 12 Schulen oder Hochschulen bei den jeweiligen Events.In einer Zeit, in der der Übergang von der Ausbildung zum Arbeitsmarkt entscheidend ist, spielt Karriere Südtirol eine entscheidende Rolle als Jobplattform, aber auch als Berater für Jobsuchende, Schulabgänger und Studierende.Karriere Südtirol hat sich zum Ziel gesetzt, stets am Puls des Arbeitsmarktes zu sein und ein offenes Ohr für die Bedürfnisse der Jobsuchenden zu haben. Die Fokussierung auf Schul- und Studienabgänger unterstreicht die Relevanz der Organisation für die nächste Generation von Arbeitskräften (Stichwort: GenZ). Die vielfältigen Angebote von Karriere Südtirol, von Bewerbertrainings bis hin zu CV-Checks und Fotoshootings für Lebenslaufbilder, zeugen von einem breiten Repertoire an Unterstützungsmöglichkeiten, welches eine Jobplattform einer Bildungseinrichtung liefern kann.Ein entscheidender Aspekt in der Zusammenarbeit mit Schulen und Hochschulen ist die Vorbereitung der jungen Menschen auf den Arbeitsmarkt. Bewerbertrainings ermöglichen es den Teilnehmern, ihre Fähigkeiten zu schärfen, sich selbstbewusst zu präsentieren und ihre Potenziale optimal zur Geltung zu bringen. Die CV-Checks dienen als Instrument zur Optimierung von Bewerbungsunterlagen und ermöglichen den Schülern und Studierenden, ihre Qualifikationen gezielt und ansprechend zu präsentieren.Das Angebot von Fotoshootings für Lebenslaufbilder unterstreicht die Professionalität und den Fokus von Karriere Südtirol auf eine ganzheitliche Bewerbung. Ein gelungenes Bewerbungsfoto kann nicht nur den ersten Eindruck positiv beeinflussen, sondern auch die Persönlichkeit des Bewerbers authentisch widerspiegeln.Die Teilnahme an Bildungsmessen, egal ob in Oberschulen oder darüber hinaus, ermöglicht einen effizienten Austausch mit den Schul- und Studienabgängern, aber auch mit anderen, um Abgänger werbenden Unternehmen. Diese Initiativen sind für Karriere Südtirol Marketinginitiativen für eine sehr wichtige Zielgruppe.Karriere Südtirol agiert nicht nur als Jobplattform, sondern auch als Talentberatungsunternehmen. Diese doppelte Rolle ermöglicht es, sowohl Arbeitgeber als auch Arbeitnehmer effektiv zusammenzubringen. Die umfassende Kenntnis des Arbeitsmarktes erlaubt es Karriere Südtirol, nicht nur Stellen zu vermitteln, sondern auch passgenaue Empfehlungen und Beratung für eine langfristige Karriereplanung anzubieten. Die Talentberater von Karriere Südtirol verhelfen den Berufseinsteigern über eine „Vorzugsspur“ zum Wunschunternehmen oder sogar zum Traumjob.In einer sich ständig wandelnden Arbeitswelt ist die enge Kooperation zwischen Bildungseinrichtungen und Karriere Südtirol von entscheidender Bedeutung. Karriere Südtirol fungiert nicht nur als Vermittler von Arbeitsplätzen, sondern auch als Wegweiser und Unterstützer für junge Talente auf ihrem Weg ins Berufsleben. Durch ihre vielfältigen Angebote und ihre Präsenz am Arbeitsmarkt schafft Karriere Südtirol eine Brücke zwischen Bildung und Beruf, die entscheidend für die erfolgreiche Integration von Schul- und Studienabgängern in die Arbeitswelt ist.

Home Office vs. Smart Working

Die Fülle der Begriffe rund um die Arbeitsmodelle in unserer digital geprägten Welt kann Verwirrung stiften. Arbeiten geht dank des rasanten technischen Fortschritts heute kosten- und zeitsparender. Außerdem wird versprochen, dass der Arbeitnehmer zugleich entlastet wird, produktiver arbeitet und an Autonomie gewinnt. Eine Vorstellung, fast zu schön, um wahr zu sein.Das Arbeiten von Zuhause aus, das sich gerade in der Pandemie zu einem globalen Phänomen gemausert hat, heißt Home Office – so viel ist klar. Geworben wird von Arbeitgebern allerdings zunehmend mit einem „smarten“, einem klugen Arbeitsmodell. Diese beiden Systeme überschneiden sich teilweise, dasselbe versprechen sie aber nicht – wir haben für Dich eine Übersicht zusammengestellt.Ein Mammutprojekt und sein ZwischenschrittBeide Begriffe hat es schon vor Corona gegeben, so präsent wie jetzt waren sie aber noch nie. Die plötzlichen Lockdowns haben viele Unternehmen zu Experimenten in ihrer Arbeitsweise gezwungen. Zumeist handelte es sich dabei um Home-Office-Systeme. Es sind aber mehr als nur begriffliche Feinheiten, die das Zukunftsmodell Smart Working von Remote Working, dem Arbeiten von einem entfernten Standort aus, unterscheiden.Home Office oder – allgemeiner – Remote Working. Der Arbeitnehmer arbeitet zumindest teilweise von einem fixen Arbeitsplatz aus, der nicht im Büro selbst liegt, sondern zumeist an seinem Wohnort. Damit ist das Home Office genau genommen nicht ortsungebunden. Man könnte es gewissermaßen als einen Schritt hin zum Smart-Work-System verstehen – die Prinzipien werden nicht auf die Spitze getrieben, trotzdem ist das Modell bereits von einem hohen Maß an Eigenständigkeit und einer starken Vertrauensbasis charakterisiert.Smart Working. Beim Smart Working zählen nicht die Arbeitsumstände, sondern das Ergebnis: Wann und wie es erreicht wird, bleibt dem einzelnen Mitarbeiter überlassen. Die Arbeit erfolgt zeit- und ortsungebunden. Ob auf Dienstreise, aus dem Café oder dem hauseigenen Garten, ob bei strahlendem Sonnenschein oder in der Weihnachtsnacht. Smart Working kann aber auch nur vom Büro aus betrieben werden. Flexible Technologien und die ideale Vernetzung großer Teams bilden die maßgebliche Grundlage des Systems.Zweieiige ZwillingeDie Modelle folgen einer grundlegenden Idee: Wer arbeitet, muss nicht zu einer bestimmten Zeit im Büro sitzen. Die optimale Gestaltung des Arbeitsrhythmus obliegt Dir selbst. Damit dieses Modell funktionieren kann, ist das Unternehmen auf hervorragende Vernetzungstechnologien angewiesen. Die absolute Grundlage allerdings ist ein verstärktes Vertrauensverhältnis zwischen Arbeitgeber und Arbeitnehmer.Führen sollen diese Ansätze zu einer stärkeren Betonung der Individualität der Arbeitenden, einer gehobenen Arbeitsmoral und Zufriedenheit – und in der Folge zu einer produktiven Arbeitshaltung.Das Gleichgewicht ist allerdings, gerade beim Home-Office-Modell, nicht leicht zu halten. Kritiker merken an, dass es zuhause vielen Menschen schwer fällt, das Privatleben effektiv von der Arbeit zu trennen. Das gefährdet den Erholungsfaktor am Feierabend. Der Alltag wird ermüdend. Darunter leidet wiederum die Laune und folglich die Produktivität.Um seine Wirkung voll entfalten zu können, funktioniert Home Office am besten in einem hybriden Modell: einige Tage im Büro, einige zuhause.

Brückentage 2024: So holst Du 2024 viel Urlaub heraus

Mit dem Start des Jahres 2024 stellt sich für viele die Frage: Wie hole ich das Maximum an Urlaub heraus? Hier zeigen wir Dir, welche Tage Du freinehmen solltest, um durch geschickte Nutzung von Brückentagen längere Auszeiten zu genießen.

© 2026 Classified Media GmbH