Der Ablauf eines Bewerbungsgesprächs

Die Phasen eines Bewerbungsgesprächs

Ein klassisches Bewerbungsgespräch ist nach strikten Abläufen und traditionellen Regeln geplant. Als Bewerber ist es vom Vorteil, gewisse Vorgänge schon im vornherein zu kennen. Dieser Beitrag dient dazu, Bewerber bestmöglich auf ein Vorstellungsgespräch vorzubereiten.

Die Gesprächsphasen in einem Bewerbungsgespräch sind:

1. Smalltalk
2. Kennenlernen
3. Selbstpräsentation
4. Rückfragen
5. Abschluss

1. Smalltalk

Achte beim Start auf einen selbstsicheren und starken Händedruck zur Begrüßung. Es ist natürlich Pflicht, wenn kein näheres Verhältnis besteht, seinen Gegenüber beim Bewerbungsgespräch zu siezen. Klarerweise ist die erste Phase beim Bewerbungsgespräch enorm wichtig für Dich und prägend für den weiteren Gesprächsverlauf. Achte auf Deine Kleidung, die Körpersprache und die Mimik. Bewusst oder auch unbewusst, achten die Entscheider mehr auf diese Faktoren, als auf den Inhalt und die Auswahl Deiner Worte. Für den ersten Eindruck gibt es nun mal keine zweite Chance!
Versuch aufrichtig zu sitzen, nicht zu tief im Stuhl und nicht zu offensiv nach vorne gebeugt und immer viel zu lächeln. Damit wirkst Du freundlich, ohne übertrieben gestellt aufzutreten.

2. Kennenlernen

In dieser Phase geht es darum, dass der Arbeitgeber mehr von Dir erfahren möchte, als er von den Bewerbungsunterlagen herauslesen konnte. Gern genutzte erste Eingangsfragen sind:

„Erzählen Sie etwas über sich.“
„Warum haben Sie sich bei uns beworben?“
„Warum möchten Sie diesen Job?“

Es ist wichtig, dass Du nicht den Lebenslauf haargenau aufsagst und all das wiederholen, was Dein Gegenüber schon weiß. Gern darf auf einzelne Punkte im Lebenslauf verwiesen werden. Versuch deine Qualifikationen oder Stärken einzubauen, die Dich von der Konkurrenz abheben.
Auslandserfahrungen, egal ob in der Ausbildung oder erste Berufserfahrungen, werden auf dem Südtiroler Arbeitsmarkt gern gesehen und haben den positiven Nebeneffekt, dass sich auch als „Eisbrecher“ für ein Gespräch fungieren können. Lass diese daher gezielt einfließen.

3. Selbstpräsentation

In dieser Phase stellt das Unternehmen sich selbst bzw. die zu vergebende Stelle vor. Der Personalverantwortliche im Unternehmen macht das vermutlich nicht zum ersten Mal und achtet auf Kleinigkeiten.
Stellt der Bewerber intelligente Fragen? Ohne andauernd ins Wort zu fallen – versteht sich.
Hat sich der Bewerber mit der Unternehmenskultur, seinen Produkten oder der Branche auseinandergesetzt?
Hat sich der Bewerber mit der zu besetzenden Stelle auseinandergesetzt?
Was für einen Eindruck macht der Bewerber, während das Unternehmen sich und die Stelle präsentiert?

4. Rückfragen

Nachdem der Hauptteil des Bewerbungsgesprächs geschafft ist, stellt das Unternehmen gerne die Frage, ob Du noch weitere Fragen hast.
Hier solltest Du keinesfalls schweigen oder verneinen.
Denn es macht erstens kein positives Bild, oder wirkt sogar desinteressiert und lustlos, wenn Du keine weiteren Fragen mehr hast. Es zeigt auch, wie sehr Du Dich vorbereitet hast und wie tiefgründig und vielschichtig Du Dich mit dem Unternehmen auseinandergesetzt hast.
Zudem ist das die Gelegenheit, das Unternehmen als Arbeitgeber, den Chef, die Mitarbeiter, und vieles mehr genauer kennen zu lernen.
Allerdings kann man sich mit dummen Fragen auch gleich selbst ins Abseits stellen. Aber auch Fragen zu Gehaltserhöhungen, Urlaubstagen, Zusatz-Benefits, und Ähnliches sollten dringend vermieden werden. Weitaus geschickter sind beispielsweise Fragen zur Tätigkeit, zum Vorgänger, zur Größe der Abteilung, zu Unternehmenszielen, welche Charaktereigenschaften Kandidaten mitbringen müssen oder welcher Erfolg auf dieser Position realistisch ist.
Prinzipiell ist es nie verkehrt, positives Interesse an einem Produkt bzw. einer Dienstleistung des Unternehmens, einer Abteilung oder am Erfolg des Unternehmens Interesse zu zeigen.

5. Abschluss

Bis zum Schluss ist es ganz wichtig freundlich zu bleiben und das Gespräch professionell zu Ende zu bringen. Denn auch der letzte Eindruck von Dir wird bei den Entscheidern im Unternehmen in Erinnerung bleiben.
Um eine anschließende Unklarheiten und Unsicherheiten zu vermeiden, ist hier die Gelegenheit, falls bis dato noch nicht geklärt, nachzufragen, wie es weiter geht und wie lange der Auswahlprozess dauern wird. Gegebenenfalls darfst Du auch fragen, bis wann Du mit einer Antwort rechnen können. Auf der einen Seite geht es hier darum, alle notwendigen Fristen zu klären. Auf der anderen Seite ist es ganz wichtig, nicht allzu forsch oder zu offensiv aufzutreten.
Es kann gut sein, dass mancher Bewerbungsprozess etwas länger dauert. Ab ca. 10 – 14 Tagen nach dem Bewerbungsgespräch darfst Du in der Regel auch nachschreiben.

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