Corona Virus

Corona Virus in Südtirol

Was Unternehmen und Fachkräfte jetzt wirklich interessiert

Die Schließung aller Schulen war zwar umstritten, spätestens nachdem die Zahlen der Ausbreitung aber publik wurden, absolut notwendig. Das Coronavirus bestimmt seit Wochen die Schlagzeilen. Um die Ausbreitung in Italien, dem in Europa am stärksten betroffenen Land, zu stoppen, hat die Regierung nun ein Dekret erlassen. Alle Schulen bleiben bis zum 5. April geschlossen. Spätestens jetzt ist das Coronavirus in der Mitte der Gesellschaft angekommen. Spätestens jetzt betreffen die Auswirkungen uns alle: Firmen, Angestellte, Familien. 

Wir haben die wichtigsten Fakten und Informationen für Berufstätige, Arbeitnehmer und Arbeitgeber zusammen getragen, unter anderem welchen Einfluss die aktuelle Lage auf öffentliche Veranstaltungen und auf Geldanlagen hat bzw. wie die italienische Regierung versucht, die Familien zu unterstützen. Dabei sind auch Dinge, die Sie derzeit vielleicht noch gar nicht wissen: 

Telearbeit

Landeshauptmann Arno Kompatscher hat aufgrund der akuten Lage eine besondere Verordnung unterzeichnet. Damit wird es Arbeitgebern ermöglicht, für die Zeit des Ausnahmezustandes ihren Mitarbeitenden Telearbeit oder andere Modelle der so genannten „agilen Arbeit“ anzubieten, auch wenn es dazu keine entsprechende individuelle Vereinbarung gibt. 

Alle Institutionen der öffentlichen Verwaltung können ebenso Smart Working Arbeitsstellen einrichten. Die Vorbereitungen dazu wurden bereits getätigt. 

Wer die Gemeindegrenzen verlässt (auch zum Arbeiten) muss seit dem 10. März das Formular “Selbsterklärung Personenbewegung” mitführen. 

Südtirols Politik will helfen

Die gesamte Landesregierung hat sich mit den Vertretern der Wirtschaftsverbände und der Gewerkschaften getroffen, um das weitere Vorgehen in Sachen Coronavirus zu koordinieren. Unternehmen und Familien sollen zielgerichtet und punktuell unterstützt werden. Die Sozialpartner – also Wirtschaftsverbände und Gewerkschaften – werden sich auf Maßnahmen einigen und diese der Politik vorlegen. Zuerst wolle man aber abwarten, wie das von der italienischen Regierung angekündigte Maßnahmen-Dekret ausschauen wird.

Darlehen

Der italienische Staat berät derzeit in einer Marathonsitzung, wie er kleinen und mittelständischen Unternehmen, dabei helfen will, Tilgungsraten von Darlehen zurück zu zahlen. Ein alles anderes als einfaches Unterfangen. 

Die aktuelle Corona-Krise bedeutet für zahlreiche Betriebe ein Ausbleiben an Einnahmen. Besonders KMU-Betriebe, die unlängst Investitionen getätigt haben, kann dieser Umstand in finanzielle Bedrängnis bringen. Daher sehnen sich viele Schuldner hier eine dringende Lösung herbei. 

Messe Bozen

Die Messe Bozen ist auch betroffen. Bis zum 03. April darf keine öffentliche Messe mehr stattfinden. Das gilt auch für die beliebte Hotelfachmesse Tipworld, die normalerweise immer kurz vor Ostern stattfindet. Die heurige Tipworld findet also nicht wie geplant vom 28.03. bis zum 31.03. statt, sondern bestenfalls im Mai.

 

Wahlen

Das Referendum vom 29. März, bei dem über die Verkleinerung des Römischen Parlaments abgestimmt hätte werden sollen, wird abgesagt. Das ist die Entscheidung des Ministerrats, welche am 05. März veröffentlicht wurde. Ein neuer Termin steht derzeit noch nicht fest und soll in wenigen Wochen festgelegt werden. 

Die Gemeinderatswahlen vom 3. Mai hat die Region Trentino/Südtirol abgesagt und auf einen anderen Tag verschoben. 

Das plant die Regierung zur Unterstützung der Familien

Die Schule bleibt bis zum 15. März geschlossen. Viele berufstätige Eltern stehen vor einem großen Problem. Die Regierung in Rom hat per Dekret auch angekündigt, ein Paket mit Unterstützungsmaßnahmen für Arbeitgeber und Arbeitnehmer zu schnüren. Genaue Informationen liegen noch nicht vor, vieles deutet aber darauf hin, dass ein Elternteil – egal ob im privaten oder öffentlichen Sektor tätig –  einen sogenannten “außerordentlichen Elternurlaub” bekommt. „Wir arbeiten zurzeit an einer Maßnahme, die einem der beiden Elternteile die Möglichkeit gibt, der Arbeit fernzubleiben und sich um das minderjährige Kind zu kümmern“, erklärt die Vize-Ministerin Laura Castelli.

 

Tourismus

Am ärgsten gebeutelt ist derzeit die heimische Tourismus-Industrie. Herbe Umsatzeinbußen sind zu befürchten, ausgelöst durch Stornierungen und fehlenden Buchungen. Vor allem deutsche Medien, die über Coronavirus-Fälle aus Südtirol bzw. von Gästen, die in Südtirol waren berichten, sind Gift für den Südtiroler Tourismus. Eine weitere Hiobsbotschaft: Für das renommierte Robert Koch Institut (RKI) ist seit Donnerstag auch Südtirol ein Risikogebiet – genauso wie die Lombardei, die Emilia Romagna, die Stadt Wuhan in China, der Iran und Südkorea.

Wie groß der Schaden für den heimischen Tourismus und die damit zusammenhängenden Wirtschaftssektoren ist, lässt sich derzeit noch kaum erahnen. 

Karriere Südtirol

Die Jobörse für
Südtirol

Z

+1.500

Jobs in Südtirol

+300

Arbeitgeber-Videos

Maturabälle und Maturareisen

Auch wenn Maturabälle keine schulischen Veranstaltungen sind, dürfen sie derzeit nicht abgehalten werden. 

Auch bereits gebuchte Maturareisen dürfen nicht mehr durchgeführt werden. Sie werden verschoben oder zum Teil sogar abgesagt. Wie der Reiserücktritt dieser Reisen funktioniert, steht noch nicht ganz fest: Der Art. 28 des decreto legge 2.3.2020, Nr. 9, enthält Bestimmungen zum Reiserücktritt wegen COVID-19. Die Bildungsdirektion wird in einem demnächst stattfindenden Treffen mit dem Verein der Reisebüros darüber beraten und in der Folge eine Vorgehensweise definieren und empfehlen. 

 

Pakete aus China

Muss ich mir Sorgen machen, wenn ich Pakete aus China annehme?

Nein, aber man sollte sich in jedem Fall nach dem Öffnen des Kartons die Hände sorgfältig waschen. Schließlich weiß man nie, mit welchen Oberflächen der Karton, die Verpackung oder der Inhalt in Kontakt kam.

 

Wichtig bei Geldanlagen: die Börsenentwicklung

Die Angst vor den wirtschaftlichen Folgen einer Corona-Epidemie brockte den internationalen Aktienmärkten vergangene Woche die schwärzesten Tage seit der Finanzkrise 2008 ein. Allein das ist schon beeindruckend. Der Dax crashte zeitweise um mehr als 5 Prozent nach unten. Davon hat er sich mittlerweile zwar erholt, aber die allgemeine Verunsicherung bleibt. 

Trotzdem sollte man Aktien, Fonds und sonstige Geldanlagen nun nicht panisch abstoßen, da es für einen kurzfristigen Kauf schon zu spät ist und sich auch die weltweiten Börsen mittelfristig wieder erholen werden. 

 

Für Lehrpersonen:

Was bedeutet das konkret für die Lehrpersonen und pädagogischen Fachkräfte? Was für das nicht unterrichtende Personal? Es gibt keine Präsenzpflicht an den Kindergärten und Schulen für Lehrpersonen, pädagogische Fachkräfte, Schulsozialpädagoginnen und Mitarbeiterinnen für Integration, laut Stundenplan. Aber: Begleitung von Schülerinnen und Schülern in Form von Fernunterricht oder von Aufgabenstellungen (Hausaufgaben, Recherchen usw.) wird von den Schulführungskräften aktiviert. Dazu sollen bestehende Kanäle genutzt werden, z.B. Mail, digitales Klassenbuch, Bereitstellen von Materialien und Aufgabenstellungen in Papierform zum Abholen über die Sekretariate usw. Die für den Unterricht zusätzlichen Tätigkeiten, mit Ausnahme der persönlichen Fortbildung, (z.B. Kollegiale Planungssitzungen, Klassenrats- und Fachgruppensitzungen, Besprechungen, Dokumentation der Lernentwicklung usw.) bleiben aufrecht. Das nicht unterrichtende Personal leistet regulär Dienst am Dienstort. Die Lehrerfortbildung ist bis zum 15. März 2020 ausgesetzt. Auch pädagogische Tage finden keine statt. 

Kulturprogramme: Darf ich nach Feierabend überhaupt ins Kino? 

Das Dekret des Ministerpräsidenten Conte sieht keine pauschale Absage von  Veranstaltungen vor, sondern verbietet Veranstaltungen, Events und Aufführungen, einschließlich Kino- und Theateraufführungen, sofern der Sicherheitsabstand von 1 Meter zwischen Personen nicht eingehalten werden kann. Die Entscheidung, ob eine Veranstaltung durchgeführt werden kann oder nicht, trifft der jeweilige Veranstalter.

Öffentliche Veranstaltungen: Sport ohne Fans

Wer in den sozialen Netzwerken unterwegs ist oder im Radio Nachrichten hört, wird es sicherlich bemerkt haben: Eine Veranstaltung nach der anderen wird abgesagt. Um die Ansteckungsgefahr mit dem Coronavirus so gering als möglich zu halten, muss zwischen zwei Personen nämlich immer ein Mindestabstand von einem Meter vorherrschen. Besonders betroffen ist hier die Sportwelt: Bis zum 3. April finden sämtliche sportliche Wettkämpfe, egal ob auf Profi- oder Amateurniveau, ohne Zuschauer statt. Aber auch für Vollversammlungen und dergleichen ist derzeit sprichwörtlich kein Platz.

Symptome – Was ist wirklich Corona und was eine “normale” Grippe?

Das Coronavirus kann man anhand weniger Symptome ziemlich genau feststellen: 90% der Corona-Patienten haben Fieber, die allermeisten zwischen 38 und 39 Grad stark. 80% der infizierten Fälle beklagen einen überdurchschnittlich trockenen Husten. 40% der Kandidaten haben leichte Atemprobleme (Kurzatmigkeit).

Die Kombination von niedrigem Fieber, trockenem Husten und leichten Atem-Schwierigkeiten kann auf das Coronavirus hinweisen. 

 

Hat Corona denn auch positive Effekte?

China erlebt seit Ende Januar eine Situation, die einem wirtschaftlichen Stillstand gleichkommt. Deutsche Medien berichten unisono: “Ja, es gibt auch positive Effekte. Satelliten der Nasa und Esa zur Überwachung der Umweltverschmutzung haben in China einen drastischen Rückgang des Stickstoffdioxids NO2 in der Luft festgestellt. Wie Forscher des Erd-Observatoriums der Nasa berichten, gibt es Hinweise darauf, dass die Verbesserung der Luftqualität mit dem Ausbruch des Coronavirus zusammenhängt.”

Du bist auf Jobsuche?